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Redaktions- und Anzeigenschluss:
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Auf den Spuren der Vergangenheit

bergiessguebelHätten Sie es gewusst - die Doppelkurstadt Bad Gottleuba – Berggießhübel ist auch für Wanderer und sogar für Kletterer idealer Ausgangs- und Zielort für Wanderungen.

Und nicht selten fühlt man sich auf den Touren inmitten der Sächsischen Schweiz. Eine besonders geschichtsträchtige Wanderung führt rund um Berggießhübel über Hochstein, Jagdstein und Zehistaer Wände. So kann man die letzten Zeugnisse der langen Bergbautradition des Berggießhübler Reviers entdecken, Spuren des einst schon mal glanzvollen Tourismus finden und versuchen der Eisenbahnromantik vergangener Tage nachzuspüren. Botanisch interessierte Wanderer könnte die wertvolle Flora der Karlsleite am Hochstein begeistern.

Die Wanderung führt von Berggießhübel über Hochstein, Jagdstein, die Gersdorfer Ruine, Felsenbrücken, Zehistaer Wände, den Zwieseler Erbstollen zurück in den Kurort. Bei mittlerer Schwierigkeit ist diese 10-Kilometer-Tour in ca. 4 Stunden zu bewältigen. Einkehrmöglichkeiten bietet die Doppelkurstadt für alle Geschmäcker. Auch das Landhotel „Heidekrug“ an der S173 im nahen Cotta ist zu empfehlen.Die Wanderung bietet neben dem Geschichts- und Naturerlebnis einige Aussichtspunkte mit herrlichen Blicken auf Umgebung und Landschaft. Besonders zu erwähnen ist der Rektor-John-Platz, Hoch- und Jagdstein, der Waldrand oberhalb von Gersdorf und einige schöne Blicke von den Zehistaer Wänden.

Die Wanderung beginnt im Stadtgebiet Berggießhübel an der Hauptstraße Richtung Bad Gottleuba. Dort zweigt kaum 100 Meter nach dem letzten Geschäft rechts der schmale unmarkierte Hochsteinweg ab. Auf die erste Spur des Altbergbaus treffen Wanderer schon nach wenigen Minuten – eine Sandsteinbank mit der Aufschrift „Gebirgsverein 1899 Berggießhübel“. Daneben steht der „Hengststein“, dessen Inschrift an den Einsturz der Binge am 2. Januar 1845 erinnert. Weiter geht es über die Karlseite Richtung Hochstein. 1974 wurde hier das Naturschutzgebiet „Hochstein/Karlsleite eingerichtet. In Serpentinen geht es den Hang hinauf bis zu einem Stollen mit verschlossener Tür, dem „Tiefer Hammerzecher Stolln“, wie auf dem Schlussstein zu lesen ist. Weitere Erinnerungen an den Bergbau folgen auf der Wanderung. Z. B. das zerfurchte Gelände mit Einsturzmulden, die aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen, als hier nach Magneteisenerz gegraben wurde. Auch auf dem Hochstein selbst, sind vermutlich Spuren zu finden, die auf den Bergbau hinweisen. Es handelt sich um Einritzungen in den Fels. Die prägnanteste befindet sich nahe einer Bank mit einem Kreuz, Buchstaben und der Zahl 1755. Auf dem Weg über den Jagdstein, vorbei am Jagdsteinhaus in Richtung Gersdorfer Ruine ist ein kurzer Abstecher in ehemalige Steinbrüche möglich. Zwei Nummernsteine verweisen auf deren Existenz.

Die Tour von der Gersdorfer Straße aus in Richtung des nächsten Zwischenziels „Gersdorfer Ruine“ ist etwas kompliziert zu beschreiben. Wanderer sollten deshalb einschlägige Karten der Umgebung nutzen oder im „Wander- & Naturführer – Am Rande der Sächsischen Schweiz“ vom Berg- und Naturverlag Rölke nachschlagen. Dort erfahren sie den detaillierte Verlauf unserer Wanderung.

Die Gersdorfer Ruine ist in der Zeit der Romantik um 1820 entstanden. Der damalige Besitzer der Berggießhübler Badeanlagen Freiherr von Leyßer hatte sie in Auftrag gegeben. Er empfahl sie als Ziel für die Kurpatienten und als Jagdunterkunft. Eine ebensolche Merkwürdigkeit wie diese Ruine stellen die Felsenbrücken auf dem weiteren Weg dar. Dem Wanderer erscheint der Begriff unverständlich. Aber man muss dazu wissen, dass vor etwa 200 Jahren die vor gelagerten Felsentürme mit dem Massiv durch Holzbrücken verbunden waren. Wieder war es der Freiherr, der den Aussichtspunkt anlegen lies. Die Balkenlager sind an den Felsen heute noch zu finden.

Nach den Zehistaer Wänden, der Überquerung der Straße zwischen Pirna und Berggießhübel und dem Abstieg nach Zwiesel, wartet ein weiterer Exkurs in die Geschichte, der Bahndamm der 1880 erbauten und 1976 stillgelegten Eisenbahnlinie Pirna – Bad Gottleuba. Dort wo die Wanderer auf den Bahndamm treffen war einst der Haltepunkt Berggießhübel/Zwiesel. Eisenbahnfreunde haben zur Erinnerung einige restaurierte Streckenschilder und eine Tafel aufgestellt.

Unweit des Haltepunktes befindet sich der Eingang zum 1.400 Meter langen Zwieseler-Tiefen-Erbstollen. Man erreicht das Tor, wenn man vom Haltepunkt hinab zur Brücke geht, diese überquert und gleich danach dem Weg nach links etwa 100 Meter folgt. Der Erbstollen wurde 1825 bis 1853 angelegt, um reiche Eisenerzvorkommen abzubauen. Zurück auf dem Bahndamm führt die Wanderung über wenige hundert Meter über einen tristen Garagenhof zu Start und Ziel, dem Kurort Berggießhübel. Dort sollte man es nicht versäumen, den Bergbauexkurs, im vor fast genau einem Jahr eröffneten Besucherbergwerk „Marie Louise Stolln“ zu vertiefen. Den Stolln und das Heimatmuseum im Scheidehaus erreicht man vom Garagenhof aus, wenn man linkerhand die kleine Brücke über die Gottleuba nutzt. Nur wenige Meter entlang der Talstraße ist man schon am Eingang.

 
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