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Montanhistorische Wanderung in und um Bad Gottleuba - Kurort Berggießhübel

Berggießhübel 1855

Besucher Berggießhübels fragen oft nach der Herkunft des Ortsnamens. Einheimische erklären oft kurz und knapp, dass der Name auf die Bergbautradition des Ortes verweist. Ein Herr Schmidt vertritt in einer Veröffentlichung des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz 1927 die Auffassung, dass der Name „Berg, wo Erz geschmolzen und gegossen wird“ bedeutet. Blickt man in die Geschichte des Ortes, ist diese Erklärung des Ortsnamens plausibel. Konzentrierte sich doch der Eisenerzbergbau im mittleren Gottleubatal um die weitaus größere Skarnerzlagerstätte Berggießhübel.

Vermutlich wurde diese Lagerstätte bereits unter böhmischer Herrschaft zu Beginn des 13. Jahrhunderts entdeckt. Urkundlich belegt ist der Eisenerzbergbau seit 1441. Die erste Hauptblütezeit setzte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein und dauerte bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) an.

 

Das Berggießhübeler Magneteisenerz wurde sowohl vor Ort als auch in den zahlreichen umliegenden Eisenhütten und Hammerwerken verarbeitet. Um diese mit Eisenerz versorgen zu können, entstand bereits im 14. Jahrhundert ein Netz von Eisenstraßen. Infolge der enormen Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg lagen Eisenerzbergbau und Eisenverhüttung für längere Zeit nahezu vollständig darnieder. Erst im Zuge der Industrialisierung zur Mitte des 19. Jahrhunderts setzte in Berggießhübel eine erneute intensive aber wesentlich kürzere Bergbauperiode ein. Diese endete am 31. Mai 1942.

 

Die Geschichte des Bergbaus im Gottleubatal und in der Region Berggießhübel kann man sich auf dem „Montanhistorischen Wanderweg“ erschließen.

 


Rundwanderung: Unsere Wanderung startet am Besucherbergwerk „Marie-Louise- Stolln“ im Kurort Berggießhübel. Auf der ersten Tafel des Montanhistorischen Wanderweges, die sich vor dem Bergwerk befindet, sind die Ursprünge des Marie-Louise-Stolln und der Eisenerzgewinnung erklärt. Außerdem zeigt sie die Standorte der weiteren Infotafeln. Die nächste Tafel (2) steht am ehemaligen Bahnhof von Berggießhübel. Dazu wandern wir nach rechts über die große Kreuzung rechts entlang der Straße „Ladenberg“. Nach wenigen Metern steht ein Hunt und eine Infotafel zur Bahnlinie und zur Geschichte von Berggießhübel, außerdem eine Postmeilensäule. Nun geht es ein Stück zurück und links an der Gottleuba flussaufwärts nach Bad Gottleuba. Die Infotafel 3 ist zwischen dem Sächsischen Haus und dem Kurhaus Berggießhübel nicht zu übersehen. Wir erreichen die Straße „Kirchberg“ und Infotafel 4, auf der u.a. erklärt wird, dass sich unter dem Kirchberg das Mutter-Gottes-Lager mit einem großen Eisenerzvorkommen befand. Tafel 5 steht wenige Meter vor dem Ortsausgang und fast am Beginn des Poetenweges dem wir entlang der Gottleuba folgen.

 

Auf halber Strecke zwischen Berggießhübel und Giesenstein biegt nach links ein Pfad, Hexenstufen genannt, zur Panoramahöhe ab zu Tafel 6. Wieder zurück auf dem Poetenweg wandern wir weiter Richtung Bad Gottleuba. Schnell sind wir an Tafel 7 angelangt, die das Hammergut Giesenstein erklärt. Die Gebäude auf der linken Wegseite gehören schon zum Schloss Giesenstein.

 

Der Montanhistorische Wanderweg führt weiter am östlichen Rand von Bad Gottleuba nach ca. 1 Kilometer zum so genannten Schwanenteich. Von hier geht es über die Hauptstraße Richtung Markt, bis nach links die Moritz-Fischer-Straße abbiegt und hoch zum Kurbad und Tafel 8 führt. Zurück zum Markt steht neben dem Brunnen Tafel 9. Nun folgen wir südwestlich des Marktes der Landstraße vorbei an der Max Bähr Mühle die nächste Möglichkeit links abbiegend zum Hammergut Haselberg mit Infotafel 10. Der Wanderweg biegt ca. 50 Meter vor der Landstraße nach rechts ab. Nach wenigen Metern verläuft über eine große Ebene der Kulmer Steig (Tafel 11). Auf die Landstraße kommend wandern wir diese ca. 500 m nach rechts bis hinter einem Viehzuchtbetrieb der Kulmer Steig wieder abbiegt. Weiter geht es zum Friedhof Oelsen (Tafel 12). Wir folgen der Fahrstraße nach Oelsen zu Tafel 13. An der Dorfstraße steht das Oberteil einer alten Gebetssäule, daneben Tafel 14. Über die Dorfstraße geht es bergauf zur Oelsener Höhe. Von hier aus geht es bis an die Grenze und zur letzten Tafel 15 auf der das Grenzgebiet und der Špi?ák (Sattelberg) erklärt wird.

 

Damit man wieder zum Start der Wanderung zurück kommt, wandern wir nach links an der Grenze entlang zur Siedlung Bienhof. Von hier folgen wir der Zufahrtsstraße vorbei an einem Hochwasserschutzbecken auf die Oelsener Straße. Dieser folgen wir 250 m, um dann rechts in den Wald abzubiegen (gelber Punkt und Ausschilderung Augustusberg). Wir überqueren eine Straße in ein ruhiges Waldgebiet. Nach ca. 400 m biegt die Wanderung nach rechts ab. Rund um Bad Gottleuba sind einige Rundwanderwege ausgeschildert, wir folgen der Nummer 6 nach rechts. Der Weg steigt den Wachstein hoch und biegt dann bald nach links auf einen Waldweg (Oberer Ratzschbachweg) ab, der uns zum Augustusberg führt. Wenige Meter vor dem Berg überqueren wir eine Straße und folgen schräg links der Rundwegmarkierung Nr. 2. Damit erreichen wir nach einigen Höhenmetern den Augustusberg mit dem Berghotel.

 

Nach dem Genuss der Aussicht auf die Gottleuba-Talsperre gehen wir einige Meter die Zufahrtsstraße hinab und biegen noch vor dem Parkplatz nach links ab. Nach einigen hundert Metern gelangen wir an den Waldrand mit Aussicht über das Gottleubatal. Weiter geht es zwischen Gärten und Wald ins Tal. An der Straßenkreuzung biegen wir nach rechts und sofort wieder links in die Straße „Finkenweg“ ab. An deren Ende erreichen wir den Siedlungsweg, der nach rechts zur Panoramahöhe aufsteigt (roter Strich). Der Waldweg führt bis einige Meter vor eine Straße, zuvor folgen wir nach links der Beschilderung Panoramahöhe (rot). Die Höhe mit Gaststätte und Bismarckturm ist schnell erreicht.

 

Die Wanderung führt erst auf der asphaltierten Straße, dann in deren Kurve geradeaus auf dem Feldweg nach Berggießhübel auf die Straße „Kirchberg“, der wir bergab folgen. Vor der Kirche biegt die Wanderung nach rechts in den Pfarrweg ab, der uns letztlich fast bis zum Besucherbergwerk Marie-Louise-Stolln, unserem Ausgangspunkt führt.


Wandertipp von Ingo Geier

 

 
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