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Redaktions- und Anzeigenschluss:
3. November 2017
Rundwanderung zu den Pohlshörnern

PohlshörnerWir starten am Erbgericht in Hinterhermsdorf. Der Beginn der Tour ist auch an der Bushaltestelle Abzweig Räumicht möglich. Den ersten Teil unserer Strecke müssen wir auf der Verbindungsstraße zwischen Hinterhermsdorf und Bad Schandau absolvieren. Wir folgen dem grünen Strich als Wegemarkierung in Richtung Pohlshorn.

Vorbei an schönen Plätzen und Umgebindehäusern erreichen wir bald den Campingplatz ,,Thorwaldblick“.Hier haben sich vor einigen Jahren junge Leute dem alten Kindergarten angenommen und mit dem Campingplatz sicherlich eine Marktlücke geschlossen. Weiter auf unserer Route, kommen wir nun direkt an der Straße zur sogenannten Kanzel. Die ließ einer der Sachsenkönige errichten und nutzte sie zum Verschnaufen und zum Beten. Damals war der Blick zu den Winterbergen noch nicht von hohen Lärchen verdeckt.


Wir kommen bald an die Bus-haltestelle ,,Abzweig Räumicht“. Nun biegen wir nach links der Markierung folgend auf den oberen Hirschewaldweg ein. Der Hirschewald bekam seinen Namen schon vor einigen Jahrhunderten. Damals waren die Wälder um Hinterhermsdorf noch voll mit Rotwild. Auch zu ,,Ostzeiten“ konnte man im September die Rufe der Hirsche vernehmen. Mit der Gründung des Nationalparks und der Umgestaltung der Wälder, wurden die Abschusszahlen nach oben korrigiert, um Verbiss an Weißtannen im Rahmen zu halten.Wissenschaftler haben aber mittlerweile bewiesen, das das Rotwild sogar nützlich für einen gesunden und resistenten Wald ist. Hoffen wir auf ein baldiges Umdenken der Verantwortlichen.


Unser Weg verläuft weiter auf einer breiten Forststraße. Rechts und links kann man schon mal den Wald der Zukunft erblicken. Buchen und Weißtannen wurden in große alte Fichtenbestände eingesetzt. In ca. 30 Jahren steht hier ein gesunder Mischwald, wie es ihn vor Jahrhunderten schon einmal gegeben hat. Nach einiger Zeit erreichen wir eine kleine Schutzhütte, sie lädt uns zu einer Pause ein. Nach ein paar Minuten Erholung wandern wir nun auf einem Waldweg weiter bis zum nächsten Abzweig. Hier achten wir auf die Beschilderung und gehen nach rechts zum ,,Kleinen Pohlshorn“ ansteigend bis zum Gipfel.


Eigentlich sollte uns hier oben ein grandioser Rundblick erwarten. Aber einige Bäume verdecken uns die Sicht. Normalerweise kümmern sich die Mitarbeiter des Nationalparks um freie Fernsicht, aber man kann ja nicht überall zur gleichen Zeit sein. Wir steigen wieder ab, kommen zur Kreuzung und bevor wir nach rechts zum Großen Pohlshorn abbiegen, bestaunen wir erst mal eine der größten Buchen im Nationalpark. Mit einer Höhe von über 40 Meter trotzt sie jedem Sturm. Die zweite Riesenbuche verrottet gleich in der Nachbarschaft. Sie hatte gegen den Sturm „Lothar“ 1996 keine Chance.


Unser Weg wird nun steinig und es geht nach einem Anstieg direkt auf dem Kamm in Richtung Großes Pohlshorn. Rechts und links freie Sicht. Im Norden kann man den Thomaswald mit dem Tanzplan in der Tschechischen Republik erkennen. Weiter östlich, am Fuße des Wachberges liegt der Ort Saupsdorf. Links von uns erstreckt sich die hintere Sächsische Schweiz in voller Schönheit. Im Zentrum der Raumberg, dessen vulkanischer Basaltkegel über allen thront. Im Hintergrund schon das Kreibitzer Gebirge auf tschechischer Seite. Nach ein paar Stufen und Tritten erreichen wir das vorderste Felsplateau. Es ist mit einem Geländer gesichert, um Unfälle zu vermeiden. Die Aussicht von hier ist gigantisch. Vor uns erstrecken sich die Erhebungen von Teich- und Kahnstein, dahinter das Hintere Raubschloss, links davon die Bärenfangwände mit den Pechofenhörnern. Ganz im Hintergrund die beiden Winterberge. Ganz rechts, fast gegenüber kann man die Kleinsteinhöhle erkennen.


Nach einer Weile Genuss, ziehen wir weiter und gehen erst mal ca. 200 Meter zurück. An der Wegemarkierung laufen wir talwärts in Richtung Zeughaus. Dieser Abstieg ist nicht ganz ohne. Vorsicht auf den Holzstufen. Im Tal angekommen folgen wir der Kirnitzsch flussaufwärts. Nach 2,5 km mündet der Hinterhermsdorfer Dorfbach in die Kirnitzsch. Nun beginnt der Aufstieg zum Startpunkt. Große Bäume säumen den Weg. Diese Talfichten finden hier optimale Lebensbedingungen. Nicht umsonst steht 7 km weiter an der Kirnitzsch flussaufwärts auch die größte Fichte Mitteleuropas. An der nächsten Gabelung kann man sich entscheiden, ob man zum Ausgangspunkt in Hinterhermsdorf (nach rechts), oder zum Abzweig Räumicht (geradeaus auf Fahrradroute) wandert. Nach ca. 20 Minuten haben wir den Anstieg durch das Dorbachtal geschafft und kommen wieder in den Ort Hinterhermsdorf.


Heiko Hesse

Kräuterbaude „Am Wald“

 

(www.kraeuterbaude-am-wald.de)

 

 
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