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Gasthaus "Drogenmühle" in Heidenau

drogenmuehleAls im 12./13. Jahrhundert Ritter-, Bürger- und Bauerngeschlechter ins Elbtal einwanderten und sich auch im Müglitztal ansiedelten, wurde an der Stelle der heutigen „Drogenmühle“ eine Wassermühle errichtet. Diese Mühle, entstand an einem natürlichen Nebenflußlauf der Müglitz, der später zum Mühlgraben ausgebaut wurde.


Hans von Mogelin, Vasall eines Dohnaischen Geschlechtes, verwaltete anfänglich hier eine Mahlmühle, wobei der erste Verkauf auf das Jahr 1473 beurkundet wurde. Als erster Müller ist Herr Beyl erwähnt, deshalb wurde sie nun auch „Beylsmühle“ genannt. Die genaue Entstehungszeit ist jedoch nicht bekannt.

Die Mühle könnte gut 100 Jahre älter sein, als angenommen, weil in diese Zeit die Rodung des Osterzgebirges und der Elbaue fällt und somit die Holzflößerei auf der Müglitz begann. Auch in der Beylsmühle hat man Bäume zu Brettern und Kanthölzern gesägt. Aus dieser Zeit stammt noch der Schlußstein über dem Torbogen mit dem Zimmermannswappen. Die Zahl 1697 beziffert den Zeitpunkt, als der Hof mit dem Tor in sich geschlossen wurde, so dass man annimmt, die Architektur des heute noch erhaltenen Drei-Seiten-Hofes geht im wesentlichen auf das späte 17. Jahrhundert zurück.

Im Laufe der Jahre wechselten auch die Nutzungen der Mühle. 1501 ging das Lehn der Beylsmühle von den Mogelins auf die Bünaus über. 1548 war ein Herr von Körbitz Lehnsherr der Mühle. Im Jahre 1580 erwarb sie Heinrich Göding, ein Maler am Kurfürstlichen Hof Dresdens. Neben einer Mehlmahlmühle, der Sägemühle und einer dazu gebauten Ölmühle, betrieb letzterer eine Pferdeumspanne mit Beherbergung und Bewirtung. Er erhielt das „Schankrecht Dohnaischen Bieres zu einem Groschen Zins pro Fass. Ihm folgten u.a. die Herren Christoph Gottlob Schubert 1797 und dessen Sohn Christian Traugott Schubert 1824, sie verewigten sich auf den Türsteinen in der Ölmühle.

Nach einem Großfeuer 1885 kauft 1893 Christian George Otto Friedrich die Mühle und richtete hier eine Drogen Mahl- und -Schneideanstalt ein. Mit damals modernsten Maschinen und mittels der Wasserrad-Transmission erlebte die Mühle den stärksten Umschwung in ihrer Geschichte. Fortan wurde sie im Volksmund nur noch „Drogenmühle“ genannt. 1928 übernahm der Sohn Franz Otto Friedrich die Firma und baute u. a. an Stelle des Wasserrades eine moderne Turbine ein. In den fünfziger Jahren ging die geschäftliche Leitung an eine Tochter, verheiratete Oesterheld, und Ihren Ehemann über. Diese führten die Drogenmühle bis 1972. Mit der Verstaatlichung arbeitete die Mühle danach bis 1990 weiter als Teilbetrieb des VEB Arzneimittelwerkes Dresden.

In der Zeit der Drogenmühle sammelten viele fleißige Heidenauer und Leute aus der Umgebung Wiesenkräuter, wie Kamille, Ackerschachtelhalm, Huflattich, Lindenblüten, aber auch Salbei, Minze und Beifuß, die hier in der Scheune aufgekauft wurden. Auf den Trockenböden wurden diese Kräuter in Regalen ausgelegt und nach vollständiger Trocknung im Mühlenhaus weiterverarbeitet. Sämtliche handelsüblichen Teesorten wurden hier hergestellt. Aber auch andere Produkte wie Zinksalbe, Haftpuder, Pepsinwein und Räucherkerzen trugen die Herstellungsbezeichnung „Drogenmühle Heidenau“.

Nach der Reprivatisierung durch die Treuhandgesellschaft übernahm 1992 die Firma der anderen Tochter Friedrichs, eine verheiratete Hengst (Fensterbau in Pirna) die Drogenmühle. Seit 1996 bewirtschaftet Familie Hammermann die Mühle und betreibt seit August 2000 ein ländliches Gasthaus. Im Jahr 2004 ging die Drogenmühle in das Eigentum der heutigen Wirtsleute über.

 

 
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