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Mit Ruhe Schlingerkurs vermeiden!

lichttestUm mit dem Auto gut durch den Winter zu kommen, muss auch die Fahr-Technik der Kraftfahrer stimmen. Dazu Tipps von Frank Weißflog, Fahrerlaubnisexperte bei DEKRA Dresden.

Kein Vollgas geben, wenn die Reifen durchdrehen. Es erfordert schon einiges an Umstellung der Sommerfahrgewohnheiten auf „Winterbetrieb“. Wer beispielsweise das Gaspedal beim Start so behandelt wie auf sommerlichen Straßen, braucht sich nicht zu wundern, wenn sein Auto auf Schlingerkurs geht oder sich gar nicht erst von der Stelle bewegt.

Durchdrehende Räder erzeugen eine spiegelglatte Eisfläche unterm Reifengummi. Nichts geht mehr. DEKRA empfiehlt in diesem Fall, den Schnee um die Räder herum wegzuräumen. Danach durch gefühlvolles Vor- und Zurückfahren das Auto „frei schaukeln“. Kupplung und Gas dabei äußerst sanft bedienen. Elektronische Helfer wie Traktionskontrolle zuvor deaktivieren, nach der Prozedur aber wieder zuschalten.

 


Winterliches Fahrgefühl ist auch dann gefragt, wenn das Auto in Fahrt ist. Kurven müssen bei Glätte viel langsamer angegangen werden als auf trockener Straße. Wer das nicht beachtet, rutscht trotz aller Lenkbewegung einfach gerade aus. Gut, wenn dann kein Hindernis im Wege ist. Besonderes Gefühl ist auch beim Bremsen gefragt. Im fließenden Verkehr kann man das Bremspedal fast vergessen, vorausgesetzt man fährt mit größerem Sicherheitsabstand und ist nicht zu schnell unterwegs. Nötiges Abbremsen kann der Motor übernehmen – einfach bei eingelegtem Gang das Gas weg nehmen und nicht auskuppeln. Achtung, wer zum Abbremsen in einen niedrigeren Gang schaltet, braucht Gefühl zum Wiedereinkuppeln, sonst besteht Schleudergefahr. Nur wenn das Auto gänzlich zum Stehen kommen muss, kommt die Bremse gefühlvoll zum Einsatz. Bei Notbremsungen muss allerdings voll durchgetreten werden, sonst bleibt das AB-System wirkungslos.

„Autofahrer sollten in der kalten Jahreszeit besonders vorausschauend fahren. Durch das ‚Lesen‘ der Fahrbahn können mögliche Gefahrenstellen frühzeitig erkannt werden“, rät Frank Weißflog von DEKRA Dresden. „Dabei reicht es nicht aus, einfach nur die Augen offenzuhalten. Am Fahrzeug selbst muss für bestmöglichen Durchblick gesorgt werden. Das heißt: Die Scheiben müssen innen und außen sauber sein. In den Eis- und Schneebelag nur ein ‚Guckloch‘ zu kratzen, reicht nicht aus. Eine verschmutzte Frontscheibe kann besonders bei tief stehender Sonne oder dichtem Schneetreiben zu zusätzlichen Sichtbehinderungen führen.“ 

Im Winter sind Brücken oft vereist. Dunst oder Nebel frieren auf dem Asphalt weil die Fahrbahn von unten und oben „eisgekühlt“ wird. Die Gefahr lauert hier besonders deshalb, weil die möglicherweise trockene Straße vor der Brücke fatale Sicherheit suggeriert. Im Winter also intensiver auf entsprechende Hinweise achten. „Gefährlich glatt kann es auch bei wechselndem Fahrbahnbelag oder sich verändernder Landschaft im Straßenverlauf werden. Liegen Fahrbahnabschnitte beispielsweise durch Wald oder Berge geschützt im Schatten, sind sie oft auch dann noch eisglatt, wenn sonnige Abschnitte schon abtrocknen“, warnt DEKRA-Experte Frank Weißflog. 

Mindestens von „O“ bis „O“ also von Oktober bis Ostern Winterreifen aufzuziehen, sollte für jeden Kraftfahrer zur Gewohnheit werden. Immerhin fordert ja inzwischen auch der Gesetzgeber Bereifung, die den aktuellen Straßenverhältnissen angepasst ist. Trotzdem sind Winterreifen kein Allheilmittel. Besonders an schnee- oder eisglatten Steigungen aber auch bei Kurvenfahrten erreichen sie bald ihre physikalischen Grenzen. Nicht umsonst herrscht in vielen Regionen auf kritischen Strecken Kettenpflicht. Die zulässige Geschwindigkeit beträgt für Kraftfahrzeuge mit Schneeketten maximal 50 km/h (STVO §3(4)). Gut beraten ist, wer die Ketten besonders bei Bergtouren prophylaktisch an Bord hat und das Aufziehen der Ketten beherrscht. Letzteres sollte deshalb vor der Wintersaison geübt werden.

Wichtig ist außerdem, die Verkehrssicherheit und Wintertauglichkeit des Fahrzeuges selbst zu überprüfen oder diesen Check vom Fachmann, z. B. im Rahmen der anstehenden Hauptuntersuchung bei DEKRA, vornehmen zu lassen. Abgefahrene Reifen, verschlissene Scheibenwischer oder defekte Scheinwerfer werden gerade jetzt zum Risikofaktor. Wer beispielsweise mit stark verschlissener Windschutzscheibe unterwegs ist und diese dazu mit kaum noch wirksamen Wischerblättern frei halten will, handelt fahrlässig. Zur Scheibenpflege gehört der immer gut gefüllte Flüssigkeitsbehälter der Scheibenreinigungsanlage – natürlich mit ausreichend Frostschutzmittelanteil. Auch eine gut geladene Batterie ist jetzt wichtig. Bei Minusgraden sinkt die Kapazität des Minikraftpaketes rapide ab – Startschwierigkeiten sind die Folge.

 

 
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