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Medizinhistorische Sammlung Bad Gottleuba

medizinWer rechnet schon damit, in einer Kureinrichtung auf ein Museum zu stoßen. In Bad Gottleuba ist das möglich.

Der Gesundheitspark der Stadt beherbergt neben den Kliniken für Kardiologie, Orthopädie, Rheumatologie, Psychosomatik sowie Magen-, Darm- und Stoffwechselerkrankungen auch eine hoch interessante und recht umfangreiche Medizinhistorische Sammlung. Ältere Besucher kennen vielleicht noch einige der Exponate von Arztbesuchen aus ihrer Jugendzeit. Erinnerungen werden wach, wie ihnen Ärzte und Schwestern mit damaligen medizinischen Utensilien geholfen haben. Junge Leute denken beim Anblick so mancher Gerätschaften wohl eher an Folterinstrumente. Dabei ist dieser Gedankengang weit gefehlt. Denn die „alten“ Heilmethoden unterscheiden sich oftmals kaum von heutigen – nur die Technik ist moderner geworden und die Methoden wurden weiter entwickelt.

Natürlich kann man sich beim Anblick mancher Einrichtungen auch ein Schmunzeln nicht verkneifen. Zum Beispiel, wenn man vor dem Wäschetrockner im Wohnzimmer-Format aus dem Jahr 1913 steht. Trotzdem, zu seiner Zeit war es eine hervorragende technische Lösung, die vielen anfallenden nassen Handtücher aus dem Bäderbereich, schnell wieder trocken zu bekommen. Interessant auch der Blick in die Röntgendiagnostik. In der Heilstätte Bad Gottleuba wurde diese revolutionäre Technik bereits ab 1916 eingesetzt. Also gerade mal 20 Jahre nach Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Conrad Röntgen (8. November 1895).

Mittelpunkt im nachgestellten Operationssaal ist der Operationstisch, der wahrscheinlich vor 1965 gebaut wurde. Der Tisch war mit einem ölhydraulischen Hubwerk, Fußpumpe und Fahrwerk ausgerüstet und außerdem multifunktional einsetzbar. Ein Detail im Operationssaal sind die verschiedenen Narkosemasken aus der Zeit vor 1945. Wer kann sich heute schon vorstellen, für eine Operation mit Hilfe einer Äthermaske betäubt zu werden? Sehr umfangreich ist der Ausstellungsteil zum Thema Wasser- und Elektrobehandlung. Sitzbadewannen, Arm- und Beinbäder, ein Darmbad oder das Duschmassagegerät (alle um 1913) werden hier gezeigt. Abgerundet wird die Medizinhistorische Ausstellung u. a. durch Blicke in ein voll ausgerüstetes Labor, eine Kardiologie, den Arbeitsplatz einer Schwester, die Sterilisationsabteilung oder in ein Patientenzimmer. Selbst die Notstromversorgung früherer Klinik-Zeiten kann man bestaunen. Das ist allerdings kein Wunder, ist doch die Sammlung im ehemaligen Maschinenhaus untergebracht. Hier steht heute noch der gewaltige Dieselmotor, der den 250-KW-Generator antrieb.

Die Medizinhistorische Sammlung im Gesundheitspark Bad Gottleuba ist dienstags bis freitags von 13 bis 17 Uhr und sonnabends und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderführungen werden nach vorheriger Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten angeboten.

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